16 Seiten sind zu viele
Nach der 8 kommt die 16. Ich habe die 16 Seiten entdeckt. Gefaltet aus einem einzigen A4-Farblaser-Print.
16 klingt nach erschreckend mehr Bildern. Nach meinen unzähligen achtseitigen Zines fühlt sich das nach viel zu viel Freiraum an. Aber das stimmt nur bedingt.

Sobald ich anfange, Doppelseiten für Querformate einzuplanen, ändert sich die Rechnung. Ein Querformatbild über zwei Seiten hat dieselbe Fläche wie ein Hochformatbild im Zine mit 8 Seiten. Die Bilderzahl geht wieder runter. Was bleibt, ist mehr Raum. Und damit mehr Entscheidungen darüber, wie dieser Raum benutzt wird.
Das ist eine kleine Erkenntnis, die die Türe zu etwas größerem öffnet. Ich mache seit ein paar Wochen mehr Zines als ich geplant hatte, und ich fange an zu verstehen, warum: Kaum ein anderes Format zwingt mich so konsequent dazu, nachzudenken, was ich eigentlich fotografiere. Nicht wie, sondern was. Acht Seiten, sechzehn Seiten. Ich kann mich nicht hinter vielen Bildern verstecken. Jedes Umblättern muss sich seinen Platz verdienen, oder die Seite fliegt halt.
Das ist wie bei der Box-Kamera mit acht Bildern auf einem Film. Dasselbe Eindampfen und Destillieren. Dasselbe konsequente Reduzieren. Und hinterher fühhlen sich die 36 Kleinbilder plötzlich unendlich an. Dabei kostet das Zine fast nichts, höchstens ein paar Minuten Zeit. Was bedeutet: kein Bitten um Erlaubnis, kein Warten auf das richtige Projekt. Drucken, falten, schauen ob es funktioniert. Wenn was nicht passt: nochmal machen.
Das Thema Zine lässt mich nicht in Ruhe, weil es so viel der Dinge zusammenbringt, die ich für absolut essenziell in der Fotografie halte. In einem Format, das buchstäblich aus einem einzigen Stück Papier besteht, egal ob 8 oder 16 Seiten.
Frühere Gedanken dazu: Dirty Little Zine und Zines und Fotografie.