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Chris Marquardt, 5. September 2026, 19:00

1 Hour 1000 Pics: endlich die deutsche Version

Vor zwölf Jahren habe ich eine Methode entwickelt, um mit den absurden Bildermengen klarzukommen, die ich von Fotoreisen mit nach Hause brachte. Ich habe die Methode damals aufgeschrieben.

Das englische E-Book inklusive Audiobook steht immer noch öffentlich und kostenlos zum Download bereit.

Die deutschsprachige Version folgt jetzt endlich 12 Jahr später als Bestandteil meines neuen Buchs Abenteuer Fotografie.

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Die 1-Hour-1000-Pics-Methode zu entwickeln war für mich damals dringend nötig. Der Leidensdruck war enorm. Nach mehreren Reisen mit jeweils ein paar tausend neuen Bildern war das Sortieren irgendwann nur noch anstrengend. Fehlentscheidungen überall und Chaos. Viele Zweifel und nie so richtig das Gefühl, dass die Bilder, die ich behalten hatte, auch wirklich die richtigen waren.

Das Problem sind die Entscheidungen.

Nehmen wir nur ein einziges Bild. Mein normaler Workflow sah ungefähr so aus:

  1. Bewerten. Ist es gut? Vielleicht sogar gut genug, um etwas damit anzufangen?
  2. Bearbeiten. Ausschnitt, Belichtung, Kontrast, Farbe und was sonst noch anfällt.
  3. Nochmal bewerten. Ist es immer noch gut? Vielleicht sogar besser? Sternchen dran?
Das sind bereits bei einem einzigen Foto Dutzende kleine Entscheidungen.

Der alte Titel ist irreführend. Die Methode funktioniert mit jeder Software Der alte Titel ist irreführend. Die Methode funktioniert mit jeder Software, selbst wenn nicht Lightroom drauf steht.

Ja, es ist 2026. Natürlich können wir inzwischen einiges davon an die KI abgeben. Aber fühlt es sich dann noch nach unserem eigenen Bild an, wenn unser wesentlicher kreativer Beitrag darin besteht, der Maschine zu sagen: Mach mal hübsch?

Wenn es uns um Likes geht, kann das (eingeschränkt) funktionieren. Wenn wir am Ende mit unseren eigenen Bildern wirklich zufrieden sein wollen, bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher.

Dazu gibt es übrigens interessante Forschung. Norton, Mochon und Ariely haben sich das in The IKEA effect: When labor leads to love angesehen. Dinge, in die wir selbst Arbeit gesteckt haben, bedeuten uns hinterher mehr.

Und jetzt skalieren wir das Ganze auf 3000 Bilder hoch.

Bei jedem einzelnen davon sollen wir plötzlich Dutzende Entscheidungen treffen. Das hält niemand lange auf gleichbleibend hohem Niveau durch. Irgendwann kommt die Entscheidungsmüdigkeit. Unsere Entscheidungen werden schlechter und nach einer Weile können wir unserem eigenen Urteil nicht mehr richtig trauen.

War das Bild wirklich schlecht? Habe ich es nur aussortiert, weil ich müde war? War das vielleicht ausgerechnet das beste Bild?

Und sobald diese Unsicherheit da ist, wird auch das Löschen schwierig. Denn unter den aussortierten Bildern könnte ja genau das eine sein. Der fatale Fehler.

Genau das soll 1 Hour 1000 Pics verhindern.

Die Grundidee ist simpel: schnelle Entscheidungen aus dem Bauch, mehrere Filterdurchgänge und dabei die Bildermenge Schritt für Schritt reduzieren. Weniger Bilder bedeuten später auch weniger Entscheidungen.

Die wirklich harten Entscheidungen kommen außerdem erst deutlich später. Das ist wichtig. Während man sich durch die Bilder arbeitet, kann man viel lockerer entscheiden. Nicht jeder Klick muss sofort endgültig sein. Am Ende gibt es noch eine Korrekturrunde.

Das alles gilt zwölf Jahre später noch genauso. Vielleicht sogar mehr denn je.

Und trotz des etwas irreführenden Untertitels funktioniert die Methode auch wunderbar mit Software, die nicht Lightroom heißt.

Denn darum ging es eigentlich nie.

Es geht um die Entscheidungen.

Abenteuer Fotografie erscheint im Herbst 2026 (hier benachrichtigen lassen)

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